Geschwollene Füße im Sommer

Geschwollene Füße bei Hitze – was hilft

Ende Juni zeigte das Thermometer in ganz Österreich flächendeckend Höchstwerte. Während wir uns nach Eis und Schatten sehnen, leistet unser Gefäßsystem im Hintergrund absolute Schwerstarbeit – die typische Folge sind geschwollene Füße bei Hitze. Diese spür- und sichtbaren Wassereinlagerungen sorgen dafür, dass sich die Beine schwer wie Blei anfühlen und die Knöchel unangenehm spannen. Ein Phänomen, das bei diesen extremen Temperaturen fast jeden von uns treffen kann, egal ob im Büro oder beim Stadtbummel.

Viele Patientinnen und Patienten berichteten mir von schweren, gespannten Beinen und Füßen, die abends kaum mehr in die Schuhe passten.

In diesem Artikel erfahren Sie, was bei Hitze im Körper passiert, welche weiteren Ursachen hinter Wassereinlagerungen in den Beinen stecken können, was Sie selbst dagegen tun können und ab wann eine Schwellung ärztlich abgeklärt werden sollte.

Warum schwellen die Füße bei Hitze überhaupt an?

Der Mechanismus hinter geschwollenen Füßen bei Hitze ist gut erforscht. Bei hohen Außentemperaturen weitet der Körper die Blutgefäße in Armen und Beinen, um überschüssige Wärme über die Haut abzugeben. Dieser Vorgang wird als Vasodilatation bezeichnet. Die geweiteten Gefäße lassen mehr Flüssigkeit aus den kleinsten Blutbahnen ins umliegende Gewebe austreten, als das venöse System und die Lymphbahnen sofort wieder abtransportieren können. Das Ergebnis ist ein sogenanntes Hitzeödem, eine Wassereinlagerung, die sich meist symmetrisch an Knöcheln, Fußrücken und Unterschenkeln zeigt.

Verstärkt wird dieser Effekt durch langes Sitzen oder Stehen, denn ohne die Muskelpumpe der Waden staut sich die Flüssigkeit zusätzlich in den Beinen. Wer an heißen Tagen viele Stunden im Büro sitzt oder im Freien steht, bemerkt die Schwellung deshalb oft besonders deutlich am Abend. Für sich genommen ist ein Hitzeödem in der Regel harmlos und bildet sich nach Abkühlung und Hochlagern der Beine innerhalb weniger Stunden wieder zurück.

Wasser in den Beinen: Die wichtigsten Ursachen abseits von Hitze

Hitze ist zwar der häufigste, aber nicht der einzige Auslöser für Wassereinlagerungen in den Beinen. Eine Venenschwäche, auch chronische venöse Insuffizienz genannt, ist einer der häufigsten Gründe für wiederkehrende Wassereinlagerungen an den Füßen, besonders wenn die Beschwerden im Tagesverlauf zunehmen. Hormonelle Schwankungen, etwa vor der Menstruation, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, begünstigen ebenfalls Ödeme. Auch bestimmte Medikamente, langes Stehen oder Sitzen, zu enge Kleidung sowie Bewegungsmangel wirken sich negativ auf den venösen Rückfluss aus.

Als Fußorthopäde schaue ich dabei auch immer auf den Fuß selbst. Fußfehlstellungen wie ein Plattfuß oder Spreizfuß können die natürliche Muskelpumpe im Fuß und Unterschenkel beeinträchtigen und Schwellungen verstärken. Geht die Schwellung regelmäßig mit Schmerzen im Fußgewölbe oder einer sichtbaren Fehlstellung einher, steckt oft mehr dahinter als nur die Temperatur.

Was hilft gegen geschwollene Füße im Sommer?

Gegen geschwollene Füße bei Hitze helfen oft schon einfache Maßnahmen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen:

  • Beine hochlagern: Schon 15 bis 20 Minuten mit erhöhten Beinen unterstützen den venösen Rückfluss.
  • Bewegung statt Stillstand: Regelmäßiges Gehen aktiviert die Wadenmuskelpumpe, wirksamer als langes Sitzen oder Stehen.
  • Kühle Anwendungen: Kalte Wasserstrahlen über die Unterschenkel, vom Fuß zum Knie geführt, ziehen die Gefäße zusammen.
  • Kompressionsstrümpfe: Sie helfen besonders bei bestehender Venenschwäche.
  • Trinken und Ernährung: Ausreichend Flüssigkeit und eine salzarme Ernährung unterstützen den Wasserhaushalt.
  • Kleidung und Schuhwerk: Enge Hosen, einschneidende Bündchen oder zu enges Schuhwerk sollten an heißen Tagen vermieden werden.

Wichtig: Diese Maßnahmen lindern ein hitzebedingtes Ödem. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Abklärung, wenn die Schwellung ungewöhnlich stark, einseitig oder schmerzhaft ist.

Wissenschaftlich bewiesen: Aktivität ist das beste Gegenmittel bei Hitze ist

Es klingt logisch: Wenn die Füße glühen und anschwellen, möchte man sich am liebsten gar nicht mehr bewegen. Doch die Forschung rüttelt an diesem Mythos. Eine in 2023 veröffentlichte Studie konnte detailgenau messen, wie rasant sich die Blutbahnen bei steigenden Temperaturen weiten und Flüssigkeit ins Gewebe sacken lassen.

Genau hier setzt die Wissenschaft mit einer überraschenden Lösung an: Studien zur chronischen Venenschwäche belegen, dass Bewegungstherapie, besonders im kühlen Element oder im Thermalwasser, wahre Wunder für den Rückstrom des Blutes bewirkt. Das Wasser drückt von außen sanft gegen die Gefäße, während die Muskeln die Flüssigkeit nach oben pumpen. Bewegung ist bei Wassereinlagerungen also kein Widerspruch zur Schonung, sondern oft Teil der Lösung, sofern eine ernsthafte Ursache zuvor ausgeschlossen wurde.

Wann sollten Sie mit geschwollenen Füßen zum Orthopäden gehen?

Die meisten Fälle von geschwollenen Füßen bei Hitze sind harmlos und bilden sich innerhalb eines Tages zurück, sobald die Temperaturen sinken oder die Beine hochgelagert werden. Es gibt aber Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten.

Tritt die Schwellung plötzlich und ausschließlich auf einer Seite auf, besonders mit Schmerzen, Rötung, Überwärmung oder Atemnot, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Dahinter kann eine tiefe Beinvenenthrombose stecken, die unbehandelt zu einer Lungenembolie führen kann.

Bleiben geschwollene Füße bei Hitze trotz Hochlagern und Kühlen bestehen, halten sie länger als ein bis zwei Wochen an oder kehren regelmäßig wieder, obwohl keine Hitzeperiode vorliegt, ist ein Termin beim Orthopäden sinnvoll. Das gilt auch bei zusätzlichen Schmerzen im Fußgewölbe, am Ankle joint oder einer sichtbaren Fehlstellung. Eine orthopädische Untersuchung kann klären, ob mechanische Ursachen wie eine Fußfehlstellung oder eine beginnende Arthrose beteiligt sind.

Als Fußorthopäde in Wien und Niederösterreich nehme ich mir in meiner Ordination Zeit, um gemeinsam mit Ihnen die Ursache Ihrer Beschwerden einzuordnen und ein individuelles Therapiekonzept zu erarbeiten.

„Ein Hitzeödem ist in den allermeisten Fällen harmlos, der Körper reguliert sich nach der Abkühlung von selbst wieder. Als Fußspezialist und Orthopäde schaue ich aber genauer hin, wenn die Schwellung bleibt oder mit Schmerzen einhergeht, denn dahinter kann auch eine Fußfehlstellung oder eine ernstere Ursache stecken.“
— Fußorthopäde OA Priv. Doz. DDr. Reinhard Schuh

Das Wichtigste auf einen Blick: So kommen Ihre Füße entspannt durch die Hitzewelle

Geschwollene Füße bei Hitze sind im Hochsommer und vor allem bei Hitzewellen eine der häufigsten Beschwerden. In den meisten Fällen handelt es sich um eine harmlose Reaktion des Körpers auf hohe Temperaturen. Hochlagern, Kühlen, Bewegung und die richtige Kompression lindern die Beschwerden spürbar. Bleibt die Schwellung bestehen, tritt sie einseitig auf oder kommen Schmerzen und Fehlstellungen hinzu, lohnt sich eine orthopädische Abklärung.

Vereinbaren Sie bei anhaltenden Beschwerden gerne einen Termin in meiner Ordination in Wien oder Niederösterreich.

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